Urheberrechtsreform 2019

Proteste gegen Urheberrecht – Ihr unterstützt datengierige US-Konzerne! Wer gegen die EU-Urheberrechtsreform auf die Straße geht, protestiert nicht für die Freiheit des Internets. Er opfert seine Bürgerrechte. Kommentar von Andrian Kreye in der Süddeutschen Zeitung, 23. März 2019

Text: Gerald Wrede, Foto: Jan Ehlers, Illustration: Lisa Zeißler, Quelle: P-Magazin

Uploadfilter hin oder her – Niemand sollte für Google auf die Straße gehen. Ich garantiere Euch: In Mountain View beugen sie sich gerade ab vor Gelächter, wenn sie sehen, wie viele Menschen in Europa dafür auf die Straße gehen, dass Google weiterhin Künstlern ihre Werke klauen darf, um damit datengestützte Vorhersageprodukte für die Wirtschaft zu entwickeln.
Wie immer war die Kommunikation rund um die Neuregelung des Urheberrechts seitens der EU erbärmlich bis suizidal, aber im Kern ging es immer darum, nicht den normalen Leuten die Memes wegzunehmen, sondern endlich mal Konzernen auf die Füße zu treten, die sich mit der Leistung anderer dumm und dämlich verdienen. Es wird immer viel darüber räsoniert, wie viel Macht Google wirklich hat. Menschen gehen gerade für die Interessen dieses Konzerns auf die Straße. Das ist schon jede Menge Macht.“ Zum kompletten Beitrag im Blog von Schlecky Silberstein, 24. März 2019

„Matthias Hornschuh vs. Christian Schiffer: Die Urheberrechtsreform – Ein schwarzer Tag fürs Internet? Ende März 2019 hat das EU-Parlament der Reform des Urheberrechts zugestimmt, um das in analogen Zeiten entstandene Recht an die digitale Gegenwart anzupassen. Damit sollen Kreative fair entlohnt werden. Es regt sich aber auch Protest: Wird hier die Freiheit im Netz beschnitten?“ Beitrag und Podcast vom 13. April 2019, Deutschlandfunk

EU-Urheberrechtsreform: Mehr Gerechtigkeit oder Zensur? Das EU-Parlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts zugestimmt. Kreative und Verleger sehen darin eine Chance für faire Vergütung, während Kritiker/-innen insbesondere vor den Folgen möglicher Uploadfilter warnen. Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung, 26. März 2019

Wenn Babies zu Terroristen werden und Urheber weniger Geld bekommen. Worum es bei der Europäischen Urheberrechtsreform geht. Eine Übersicht von Peter Welchering, bei Riff-Reporter, 23. März 2019

EU-Urheberrechtsreform – YouTube haftet für seine NutzerInnen. Ein Kneipenvideo mit Hintergrundmusik? Das und vieles mehr könnte künftig dem Uploadfilter zum Opfer fallen, befürchten KritikerInnen. TAZ, 27. März 2019

Urheberrechtsreform: EU-Parlament winkt Upload-Filter und Leistungsschutzrecht durch. Mit knapper Mehrheit haben die Abgeordneten die neue Urheberrechtsrichtlinie beschlossen. Alle Warnungen vor Zensur im Netz haben sie in den Wind geschlagen. Heise-Online, 26. März 2019

Urheberrechtsreform – Pyrrhussieg heißt jetzt Voss-Sieg. Die Reform des Urheberrechts ist der Versuch, eine nostalgische Wunschrealität zu erzwingen. Befürworter wie CDU-Mann Axel Voss hoffen, dass alles irgendwie gut wird. Dafür spricht: nichts. Eine Kolumne von Sascha Lobo bei Spiegel-Online, 27. März 2019

Foto-Ikonen

Schön, wenn eine Zeitung (die TAZ) ein Bild so beschreibt, daß man es nicht sehen muss, um zu wissen, daß man es kennt: „…das Foto des Jogginghosen-Nazis aus Rostock-Lichtenhagen von 1992. Sie wissen schon, der Typ, der sich eingepisst hat und den Hitlergruß zeigt. Fotograf Martin Langer …“ Hier der Link zum TAZ-Kommentar: „Urheberrecht – Böhmermann, der Shitstorm-Führer. Moderator Jan Böhmermann wird von einem Fotografen abgemahnt, weil er dessen Foto twittert. Statt sich zu entschuldigen, hetzt er gegen ihn. “ Ein Bericht des Fotografen zu der Angelegenheit: „Der Fotograf Martin Langer schreibt über Fotoklau im Netz“ Quelle: kwerfeldein – Magazin für Fotografie. Und ein weiterer Beitrag zu diesem Foto: Harald Ewert – Der hässliche Deutsche, Quelle: Deutschlandfunk Nova – Die Macht der Bilder

Und hier noch ein Bericht auf der Website Meedia: „Fotograf des Hitlergruß-Bildes: “Das Verhalten von Jan Böhmermann ist rufschädigend”“ „… Der Fotograf ist nicht einverstanden damit, wenn sein Bild ungefragt irgendwo auftaucht und verbreitet wird.“

„… Foto eines toten dreijährigen Jungen am Strand. Die Süddeutsche Zeitung hat das Foto des toten dreijährigen Alan Kurdi ( Fotografin: Nilüfer Demir) am Strand nicht veröffentlicht. Die Bild-Zeitung dagegen schon. Und obwohl sich einige Medien dafür entschieden haben, das Bild nicht zu zeigen: Es ist um die ganze Welt gegangen. Sven Gösmann, Chefredakteur dpa: „Es ist so, dass das Bild die ganze Geschichte des Flüchtlingselends erzählt. Es ist kein Badeunfall, sondern die Folge von Flucht, Vertreibung und Krieg.““
Link zum Beitrag bei Deutschland Nova – Die Macht der Bilder

Der „küssende Seemann“ vom Times Square ist tot

Interessanter Vergleich von Fotos verschiedener Fotografen, die alle das gleiche Ereignis beim G7-Gipfel 2018 in Kanada fotografiert haben:
Defying a Bully or Exchanging Views? G-7 Photos Tell Different Stories